LVMH

Hinter dem Kürzel LVMH verbirgt sich die französische Aktiengesellschaft LVMH Moët Hennessy-Louis Vuitton SE, ein Mischkonzern, der die ganze Welt mit Luxusprodukten aus den verschiedensten Bereichen beliefert. LV steht dabei für Louis Vuitton, MH für Moët Hennessy. Die Bildung des Konglomerats begann 1987 und war mit einem dramatischen Verlauf hinter den Kulissen der alt eingesessenen Luxus-Labels verbunden. LMVH versuchte 2010 durch gezielte Aktienkäufe auch Hermès einzugliedern und musste – weil die Geschäfte undurchsichtig waren – acht Millionen Euro Strafe bezahlen. LVMH [1] vertreibt heute weltweit berühmte Champagner-Sorten wie Veuve Clicquot, Dom Pérignon und natürlich Moët & Chandon. Auch die Düfte und die Kosmetik aus dem Hause Dior, von Kenzo und Loewe sind inzwischen LVMH-Produkte. Auf der Liste der Lederwaren stehen u.a. Luxuslabels wie Louis Vuitton, Marc Jacobs, Kenzo und Givenchy. Insgesamt gehören zu LVMH 60 verschiedene Luxuslabels, die in sechs verschiedene Bereiche eingeteilt wurden, die von der Aktiengesellschaft als “Häuser” bezeichnet werden.

Logo von LVMH

Die LVMH-Aktivitätsfelder:

  • Wein und Spirituosen
  • Mode und Leder
  • Parfüme und Kosmetik
  • Uhren und Schmuck
  • Ausgewählter Einzelhandel (“Selective Retailing”)
  • Anderes (Yachting, Immobilien, Medien usw.)

Zum Haus “Uhren und Schmuck” gehören die Uhrenmanufakturen TAG Heuer, Zenith und Hublot. Außerdem gehören zu dieser Gruppe das Luxus-Label Dior mit “Dior-Watches” und die Juweliere Fred, Chaumet, De Beers LV und Bulgari, die teilweise ebenfalls Uhren anbieten.

Geschichte vom LVMH

1987

ist das Gründungsjahr des Luxusunternehmens LVMH.
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1988

gab es zunehmend Meinungsverschiedenheiten zwischen den Besitzern des Unternehmens, da Henry Racamier, der ehemalige Vorstand des Labels Louis Vuitton, sich benachteiligt fühlte, weil Alain Chevalier (Moët Hennessy)...
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1990

besaßen Bernard Arnault und der Bierhersteller Guinness ...
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1992

eröffnete der Koffer- und Taschenhersteller Louis Vuitton seine erste Boutique in dem berühmten Hotel Peninsula, das sich im Herzen der chinesischen Metropole Peking befindet.
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1996

investierte der Luxuskonzern LVMH in Edelkaufhäuser (DFS Galleria) und Parfümketten (Sephora),...
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1998

wurde der Künstler Olivier Debré beauftragt, einen Bühnenvorhang zu kreieren,...
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1999

war für das Unternehmen LVMH ein erfolgreiches Jahr, weil die Parfümkette Sephora einen Online-Shop eröffnete. Gleichzeitig überraschte der Luxuskonzern seine Kunden mit einer brillanten Schmuck- und Uhrenkollektion.
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2000

wird in der Londoner Zweigstelle ein Trainings- und Ausbildungszentrum...
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2005

präsentiert Louis Vuitton auf der Expo in Japan einen Pavillon aus Salz.
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2007

veranstaltet das Luxusunternehmen eine...
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2008

unterstützt LVMH...
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2009

wird Nowness, eine digitale Plattform für...
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2010

ist die Firma LVMH auf der...
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2011

wird das hochmoderne Château Cheval Blanc eröffnet, dessen Gebäude von dem angesehenen Architekten Christian de Portzamparc kreiert wurden.
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TAG HEUER

TAG Heuer und Rennsport bildeten von Anfang an eine Einheit. Das Unternehmen wurde 1860 in Saint Imier, einem abgelegenen kleinen Bergdorf, von dem damals erst zwanzigjährigen Edouard Heuer gegründet. Er war ein Schuhmachersohn, kam aus ärmlichen Verhältnissen – und hatte große Träume! Vor allem die neuen Erfindungen wie die Automobile und Flugzeuge faszinierten ihn über alle Maßen [2]. Er wollte deshalb Uhren und Choreographen entwickeln, mit denen die Zeit äußerst genau gemessen werden konnte.

Bildergalerie zu TAG Heuer Uhren

Der Schwingtrieb änderte alles

Der große Durchbruch kam 1887, als Heuer den Schwingtrieb erfand. Er ist bis heute ein zentrales Teil aller Chronographen, da mit dem Schwingtrieb eine Stoppuhr gestartet und auch wieder angehalten wird. Der Schwingtrieb war 1887 die zentrale Innovation, um eine gut funktionierende Stoppuhr überhaupt bauen zu können. Am 3. Mai 1887 erhielt Edouard Heuer in Frankreich dafür das Patent. 1889 stellte er seine Uhren auf der Weltausstellung in Paris vor und erhielt die Silbermedaille. Es folgten noch eine lange Reihe weiterer Patente. 1895 konnte die Manufaktur das wasserdichte Gehäuse vorstellen, 1908 erhielt sie das Patent für die Pulsmesserskala. Der große Durchbruch kam 1911, als Heuer mit der “Time of Trip” den ersten Chronographen des Hauses vorstellte, der in das Armaturenbrett von Flugzeugen und Autos eingebaut werden konnte. Die Söhne des Gründers hatten inzwischen die Leitung des Unternehmens übernommen – aber nun, 51 Jahre nach der Gründung – war endlich jene Einheit von Geschwindigkeit und Zeitmessung entstanden, von der Edouard Heuer von Anfang an geträumt hatte.

Liebling der Piloten und Rennfahrer

Die Produkte aus dem Hause Heuer wurden immer präziser. Die Stoppuhren aus dem Jahr 1916 hatten bereits eine Genauigkeit von einer 1/150stel Sekunde. Parallel dazu entwickelte das Unternehmen Armbanduhren, die sich vornehmlich an Piloten und Rennfahrer richteten. Sie hatten erst einen Stopper, ab den 50er Jahren schließlich zwei und wurden Inbegriff von Sicherheit und Genauigkeit. 1950 präsentiere Heuer den ersten Chronographen mit Weltgezeitenanzeige. Diese Innovation war vor allem für Segler hochinteressant.

Geradezu legendär wurde das Modell Monaco, als Steve McQueen diese Armbanduhr in dem berühmten Rennfahrerstreifen “Le Mans” am Handgelenk trug. Die kantige Form war unverkennbar und typisch für den Geschmack der späten 60er und frühen 70er Jahre. 1985 schloss sich Heuer mit der im Rennsport aktiven TAG-Group zusammen. Der Firmenname wurde in TAG Heuer verändert. Jack Heuer, Urenkel des Gründers, ist jedoch Ehrenvorsitzender. Die Familie prägt also bis heute die Geschehnisse im Unternehmen.

“Don’t crack under pressure”

Das Unternehmensmotto lautet “Don’t crack under pressure” (Halte jeden Druck aus). Diesem Motto entsprechen auch die Markenbotschafter des Hauses. Zu ihnen gehörten und gehören der Rennfahrer Ayrton Senna und die Fußballer Christiano Ronaldo und Mats Hummels. Außerdem ist Tag Heuer offizieller Zeitnehmer bei Extremsportveranstaltungen wie dem “Serverine Pont Combe” und Filmproduktionen, die unter extremen Bedingungen entstehen, wie beispielsweise “Under the Wave” [3].

Berühmte Modelle und interessante Fakten

Die berühmtesten Modelle aus dem Hause TAG Heuer sind die “Monaco”, die “Aquaracer”, der “Microtimer” und natürlich die “Carrera”, an deren Entwicklung der heutige Ehrenvorsitzende Jack Heuer mitgearbeitet hat.

  • Die “Carrera” gilt als eine Hommage an den Rennfahrer-Sport. Der Chronograph ist in modernen Design, aber immer noch auch in der typischen Ausführung der 50er Jahre erhältlich.
  • Die “Monaco”, die dank Steve McQueen berühmt wurde, hat bis heute ihre typische viereckige Form.
  • 2011 präsentierte TAG Heuer auf der Baselworld den ersten Chronographen, der auf die 1/1000ste Sekunde genau war.
  • Jack Heuer ist der Urenkel des Gründers. Er verkaufte das Unternehmen 1982, wurde aber 2001 Ehrenpräsident
  • CEO ist der 1949 geborene Jean-Claude Biver, der für den gesamten Uhrenbereich bei LVMH zuständig ist.
  • Genaue Umsatzzahlen sind nicht bekannt, da TAG Heuer eine Untergruppe von LVMH ist, aber 2012 hieß es, der Umsatz bewege sich in der Nähe von “1 Milliarde Franken”.
  • 2016 legt die Marke die Monza 1976 zum vierzig jährigen Geburtstag neu auf.
  • 2016: Zudem wird die Bundesliga– (Nachricht zur Bundesligauhr), RedBull-Racing– (Nachricht zur RedBull-Racing-Uhr) und Max Verstappen-Uhr (Nachricht zur Max Verstappen-Uhr) vorgestellt.

ZENITH Uhren

2015 feierte das Haus Zenith sein 150jähriges Firmenjubiläum. Georges Favre-Jacot hatte es 1865 gegründet. Dabei dachte er bereits bei der Gründung an ein größeres Unternehmen, in dem alle Herstellungsbereiche, die mit einer Uhr verbunden sind, unter einem Dach versammelt werden. Da ihm eine Industrialisierung des alten Handwerks vorschwebte, entwickelte er als erster Uhrmacher Uhren-Teile, die austauschbar waren. Die Unruh in einer Taschenuhr konnte nun auch in einer anderen Taschenuhr verwendet werden.

Zenith – weltweit vernetzt

Von Anfang an bereiste er Europa und stellte seine Uhren auf den verschiedenen Ausstellungen vor. Nach der Jahrhundertwende übernahm Favres Neffe – James Favre – diese Rolle. Zenith erhielt so als eine der ersten Uhrenmanufakturen ein europaweites Vertriebsnetz, das noch vor dem Ersten Weltkrieg auch auf die USA, Russland und Asien erweitert wurde. Das Wort “Zenith” wählte er spontan als Markennamen, als er einmal vor einem selbst gebauten Uhrwerk saß, das besonders gut gelungen war. Favre-Jacot unterzog seine Uhren regelmäßig Genauigkeitswettbewerben im Observatorium von Neuenburg. 1903 erzielte er einen ersten Preis und erhielt ein in der Uhrmacherbranche hochbegehrtes Zertifikat. Das Haus Zenith entwickelte zwar als eine der ersten Manufakturen eine Armbanduhr, konzentrierte sich trotzdem weitgehend auf hochwertige Taschen, Tisch- und Pendeluhren. Auch als die Firma 1911 eine Aktiengesellschaft wurde, blieb diese Tradition erhalten. Es entstanden Niederlassungen in Moskau, Paris und New York – aber das Unternehmen erkannte erst langsam den Bedarf an den damals noch neumodischen Armbanduhren. Erst in den 20er Jahren entwickelte Zenith gezielt Uhren für das Handgelenk. Präzision war für Zenith immer vorrangig! So konnte 1929 das astronomische Observatorium von England mitteilen, dass unter 19.835 geprüften Uhren ein Uhrwerk von Zenith das präziseste von allen gewesen war.

Die Zeit der großen Veränderungen

Zu großen Veränderungen im Hause Zenith kam es nach dem Zweiten Weltkrieg, als Zenith verstärkt mit Chronographen arbeitete. 1969 stellte das Unternehmen das inzwischen legendäre Chronographenwerk “El Primero” vor, das als erstes automatisches Chronographenwerk in die Geschichte einging. Die Manufaktur konnte in den 150 Jahren ihres Bestehens 300 Patente anmelden und hat über 600 verschiedene Uhrwerke entwickelt. Besonders Aufsehen erregte vor wenigen Jahren das “gyroskopische Gravity-Control-Modul”. Es ist ein selbstregulierendes System, das die Bewegungen des Handgelenks ausgleicht. Alleine dafür mussten die Könner des Hauses Zeniths 60 neuartige Instrumente entwickeln [4].

Die Entwicklung des Unternehmens blieb trotzdem wechselhaft. Es wurde mehrere Male weiterverkauft. Produktionen wurden eingestellt, dann wiederaufgenommen. 1999 wurde es schließlich Teil der LVMH-Gruppe und stellte neue und eigene Kollektionen von Herren- und Damenarmbanduhren vor. Unter der Leitung von Direktor Thierry Nataf entwickelte Zenith gewagte und kostspielige Kollektionen. Auch eine Höchstpreis-Politik mit limitierten Auflagen war geplant. Da das zu gewissen Verunsicherungen führte, verabschiedete sich LVMH von Thierry Nataf und engagierte Jean Frédérik Dufour. Seitdem wird das innovative “El Primero” verstärkt in den Mittelpunkt der Produktion gerückt. Zenith arbeitet heute eng mit anderen LVMH-Produzenten zusammen, die neben Mode oder Schmuck auch Uhren anbieten.

Alles im Blick

Zenith ist inzwischen vor allem für seine “Open”-Design-Linie berühmt. Beim Modell “Academy” ist beispielsweise das Ziffernblatt durchsichtig und gibt den Blick auf das kostbare Werk frei. Auch bei der Tour Auto-Edition des “El Primero-Chronomasters” sind Teile des Uhrwerks sichtbar. Das macht Zenith-Uhren zu außergewöhnlichen Schmuckstücken, die sich schon rein optisch von zahlreichen anderen Uhren unterscheiden.

Zenith arbeitet nur mit wenigen Markenbotschaftern zusammen. Berühmt ist jedoch die Verbindung zwischen Zenith und Felix Baumgartner. Als er am 14. Oktober 2012 als erster Mensch im freien Fall die Schallmauer durchbrach, war Zenith der offizielle Zeitnehmer und einer der Sponsoren [5].

Berühmte Modelle und interessante Fakten

  • El Primero – dem bekannten Chronographenwerk des Hauses ist eine eigene Kollektionsgruppe mit 84 verschiedenen Modellen gewidmet.
  • Die Kollektion “Academy” besticht durch eine große Auswahl innovativer Zifferblätter.
  • Das Modell “Pilot” knüpft direkt am Design der 50er Jahre an.
  • Einer der vielleicht berühmtesten Besitzer einer Zenith-Taschenuhr war Mahatma Gandhi.
  • Seit 2014 ist Aldo Magada CEO von Zenith
  • Zenith besitzt die Zertifizierung von RJC (Responsible Jewellery Council) und hat sich damit den RJC-Richtlinien angeschlossen. Alle Edelsteine müssen unter Beachtung der Menschenrechte gehandelt gefördert und gehandelt sein.

HUBLOT Uhren

Ein Bullauge veränderte die Uhrenwelt, und das Ereignis schlug wie der Urknall ein. So wurde 2005 die neue Uhr “Hublot Big Bang” vorgestellt, wobei Hublot das französische Wort für Bullauge ist und zu den jungen Schweizer Uhr-Manufakturen gehört.

Bildergalerie zu Hublot Uhren

Eine Marke und erstaunliche Rekorde

Diese erst 1975 gegründete Marke hat in ihrer kurzen Geschichte jedoch einige beachtenswerte Rekorde aufgestellt. Aufsehen erregte es, als Hublot 2013 die “Big Bang $ 5 Million” präsentierte, die als die bisher teuerste Armbanduhr der Welt gilt. Das Kunstwerk wurde mit 1282 Juwelen besetzt. Zwölf Diamantenschleifer, fünf Diamantenfasser und ein Dutzend Uhrmacher haben vierzehn Monate gebraucht, um diesen Gipfel der Uhrmacherkunst fertigzustellen [6]. Das Haus Hublot hält damit einen Rekord, der auch im Sommer 2016 noch nicht gebrochen war. Die 5-Millionen-Dollar-Uhr ist ein Unikat, das heute in Singapur in der Luxus-Shoppingmeile Orchard Road ausgestellt ist.

Ein junges Unternehmen

Die Geschichte des Haues Hublot begann 1975, als der Uhrmacher Carlo Crocco erstmals Uhren fabrizierte, die bereits eine gewisse Ähnlichkeit mit dem späteren Bullaugen-Design hatten. Die Uhren hatten damals die Marke Marie-Daniel-Montre und waren nach der Ehefrau von Carlo Crocco benannt. Das Label “Hublot” wurde schließlich auf der Basler Uhrenmesse 1980 präsentiert. Den Namen “Bullauge” bekam die Uhr, weil die ersten Modelle nicht nur bereits das wuchtige Äußere, sondern auch einen Klappdeckel hatten – so wie man es von den Bullaugen an Schiffen kennt. 2005 wurde schließlich die berühmte Big-Bang-Serie präsentiert. Die Modelle von Hublot gelten immer als kühn und gewagt. Diese Armbanduhren sind auffällig und alles andere als diskret. Träger einer Hublot-Uhr wollen ein Statement setzen. Dabei war der Anspruch an Perfektion und Handwerkskunst von Anfang an immer sehr hoch. Die drei berühmtesten Uhren aus dem Hause Hublot – die “Spirit of Big Bang”, die “Big Bang Fusion” und die “Classic Fusion” – liegen deshalb im oberen Preissegment.

Der Big-Bang-Effekt

Während das Unternehmen bis 2005 hauptsächlich Insidern bekannt war, wuchs der Ruhm des Haues dank der “Big Bang” explosiv. Dazu hat auch die besondere Unternehmensstrategie des Hauses beigetragen, die einige Modelle streng limitiert. Die “Big Bang Ice Bang” ist eine davon, aber auch von der “Spirit of Big Bang Bruce Lee be Water” gibt es beispielsweise nur Hundert Exemplare. Jede dieser Uhren wird aus 300 Einzelteilen per Hand zusammengesetzt. Jeder Arbeitsschritt wird mit einer Qualitätskontrolle abgeschlossen. Bei fast allen Modellen sitzt ein einziger Uhrmacher mit einem Produkt und fertigt “seine” Uhr vom Anfang bis zum verkaufsfertigen Zustand eigenhändig an. Hublot verwendet Kautschukarmbänder und unterscheidet sich deshalb im Style grundlegend von allen anderen Uhren im Luxus-Segment. Hublot hat sein Sortiment an Armbändern inzwischen jedoch mit teilweise gefärbten Alligator-Leder erweitert.

2008 wurde Hublot Teil der LVMH-Gruppe. Seitdem ist Hublot der entscheidende Sprung zu weltweiten Rum in der Fußballwelt gelungen. Die Marke war der offizielle Zeitnehmer bei der Fußball-WM in Brasilien 2014 und bei der Fußball-EM 2016 in Frankreich.

Fußnote: Hublots Ausflug in die Antike

2011 stellte das Unternehmen eine Kopie des “Mechanismus von Antikythera” vor. Der Mechanismus ist eine antike, astronomische Uhr mit Zahnrädern und Zifferblättern, die im letzten Jahrhundert vor Christi entstand. Er wurde im Jahr 1900 von Tauchern in einem antiken Schiffswrack vor der Küste der griechischen Insel Antikythera gefunden. Dieser Fund war der bis dahin einzige Beweis dafür, dass man bereits im alten Griechenland komplizierte Mechanismen erbauen konnte, die Zahnräder erforderten. Die astronomische Uhr enthielt einen Sonnenkalender, einen Mondkalender und sogar einen Finsternis-Kalender, mit dem zukünftige Mond- und Sonnenfinsternisse berechnete werden konnten. Der Wissenschaftler Derek de Solla Price entwickelte 1982 ein Modell für eine Rekonstruktion, später wurden mehrere Nachbauten fabriziert, die auch im Archäologischen Nationalmuseum von Athen zu bewundern sind. Hublot entwickelte eine moderne Variante des berühmten antiken Mechanismus.

Berühmte Modelle und interessante Fakten

  • Von der berühmten Big-Bang-Kollektion gibt es 55 verschiedene Modelle. Einige sind schlicht und schwarz, andere strahlend bunt. Vier Modelle (Stand 2016) sind streng limitiert.
  • Die drei Modelle der King-Serie bestehen aus jeweils 330 individuellen Einzelteilen, die von Hand montiert werden.
  • Hublot war die erste Luxusmarke, die eine Partnerschaft mit Fußball einging. Die Zusammenarbeit mit der FIFA begann 2008.
  • Seit 2012 ist Ricardo Guadalupe CEO von Hublot. Er hat spanische Wurzeln, ist aber in der Schweiz geboren.

DIOR Watches

Dior ist vor allem als Modehaus weltbekannt. Christian Dior hatte 1928 eine Galerie in Paris eröffnet. In den 30er Jahren wechselte er langsam die Branche und wurde Modezeichner. 1946 gründete er schließlich sein Modehaus und konnte im folgenden Jahr seine erste Kollektion präsentieren. Er präsentierte in den sparsamen Nachkriegsjahren seine Modelinie “Ligne Corolle” mit bauschigen Röcken und einem verschwenderischen Verbrauch von Stoff. Bis zu 50 Meter kostbares Material wurden pro Modell verarbeitet. Die Kollektion veränderte die Modewelt nachhaltig und ging als “New Look” in die Geschichte ein. In den Jahren darauf entwickelte Dior Kosmetik- und Parfüm-Produkte. 1975 kamen schließlich die ersten Dior-Uhren auf dem Markt. Dior-Uhren sind nicht nur elegante Zeitmesser, sie sind vor allem Schmuckstücke, die den Stil der Zeit widerspiegeln und auch perfekt zur jeweiligen Kollektion des Haues passen. Dior-Uhren bestehen aus hochwertigen Materialen und sind häufig mit Diamanten und anderen Juwelen besetzt. Das Ziffernblatt ist bei zahlreichen Modellen ein kleines und farbenprächtiges Kunstwerk.

Dior – vom Modeprodukt zur eigenen Manufaktur

Seit 2001 besitzt Dior eine Uhrenmanufaktur in La Chaux-de-Fonds in der Schweiz, den “Dior Watchmaking Workshop”. Ausgewählte Juweliere und Uhrmacher setzen dort die Ideen des Pariser Design-Teams in die Realität um. Dabei greift Dior auf die Uhrmacherkunst des Hauses Zenith zurück – Zenith und Dior arbeiten so eng zusammen, dass in vielen eleganten Dior-Designer-Damenuhren ein kalibriertes und zuverlässiges Uhrwerk von Zenith steckt. In den Dior-Uhren wird also höchste Design- und Modekunst mit den Ansprüchen eines perfektionistischen Uhrenherstellers vereint. Die dazugehörenden Armbänder werden von Juwelieren hergestellt oder – falls die Bänder aus Leder sind – von Leder-Handwerkern per Hand genäht. Abschließend werden die Uhren einem komplizierten Testverfahren unterzogen. Uhren der “Dior-VIII”-Linie müssen 220 verschiedene Tests über sich ergehen lassen. Die Uhren müssen bei diesen Tests als feingliedrige Schmuckstücke auch extreme Situation aushalten. Sie werden großer Hitze, großer Kälte und heftigen Stößen ausgesetzt. Eine Dior-Uhr mag zierlich und äußerst elegant aussehen – sie ist genauso stabil, wie manche massive Herrenuhr [7].

2009 präsentierte Dior gemeinsam mit der legendären Dior-Christal-Kollektion das hauseigene Tourbillon-Kaliber. 2011 konnte Dior schließlich das Inverser-Kaliber mit einer sehr hohen Präzision vorstellen. Neue Dior-Uhren verzichten deshalb teilweise auf Uhrwerke von Zenith.

Dior bietet vier unterschiedliche Uhren-Kollektionen an, die jeweils aus einer Vielzahl unterschiedlicher Modelle bestehen.

Kollektionen aus dem Hause Dior:

  • DIOR VIII – Diese Kollektion ist geometrisch geprägt. Die Acht galt als Glückszahl von Christian Dior und wurde deshalb als Markenname gewählt.
  • LA D DE DIOR – Diese Uhren sind großartige Schmuckstücke, bei denen verschiedene Materialen und Farben miteinander kombiniert werden.
  • DIOR CHRISTAL – Eine Kollektion, die für ihre Farbenpracht und ihren Reichtum an Edelsteinen bekannt ist.
  • Chiffre Rouge – Die Herren-Armbanduhr-Linie des Hauses Dior. Es handelt sich um hochwertige Automatikuhren, die von der Homme-Linie des Hauses inspiriert sind. Bei allen Modellen taucht die Farbe Rot in irgendeiner Form auf.

Weitere LVMH-Luxusuhren: Die Meisterwerke der Juweliere

Bulgari

Der italienische Juwelier Bulgari ist ebenfalls Teil der LVMH-Gruppe und präsentiert sowohl äußerst elegante Damenuhren als auch sportliche Chronometer-Modelle. Das Design des Gehäuses ist immer hohe Juwelierskunst – im Inneren verbergen sich die Meisterwerke aus dem Hause Zenith. Selbst das legendäre “El-Primero”-Kaliber wird bei einer Reihe von Bulgari-Uhren verwendet. Zur Bulgari-Kollektion gehören auch einige äußerst ungewöhnliche Uhren, wie beispielsweise die “Serpentini”, eine Uhr, die an eine Schlange erinnert und deren Ziffernblatt im Kopf der Schlange eingearbeitet oder sogar versteckt ist.

Chaumet

Chaumet gehört zu den führenden Juwelieren Frankreichs. Das Unternehmen wurde bereits 1780 gegründet. Chaumet spielt in der Entwicklung der Uhrmacherkunst eine überraschend wichtige Rolle. 1811 entwickelte der Juwelier zusammen mit der Manufaktur Patek Philippe winzige Armbanduhren, die der Schwester Napoleons und ihren Freundinnen überreicht wurden. Diese Uhren waren hübsch, aber ungenau. Es waren Schmuckstücke! Trotzdem löste dieses Geschenk an Napoleons Schwester den Trend aus, Uhrwerke immer kleiner bauen zu wollen. Sie sollten als “Miniaturen” auch in winzige Taschenuhren oder Armbanduhren passen. Selbst Kaiserin Josephine – die Gattin Napoleons – war von dieser Uhr begeistert und erwarb eine. Uhren von Chaumet waren von Anfang an beliebte Schmuckstücke des Hochadels. Auch heute träumt eine “Dame von Welt” von einer echten Chaumet-Uhr, da sie gemeinsam mit kostbaren Schmuck auch zu jeder eleganten Abendrobe getragen werden kann.

Chaumet arbeitet mit der Uhrenmanufaktur Zenith zusammen. Chaumet bietet heute (Stand 2016) sechs verschiedene Kollektionen an, darunter auch die “Dandy”-Serie für Männer und die Unisex-Serie “Complications”. Chaumet-Uhren sind strengen Qualitätsprüfungen unterworfen und unbestritten absolute Highend-Luxusprodukte [8].

Weiterführende Bücher:

  • Tag Heuer – Die Beherrschung der Zeit 1860 bis 2002, von Gisbert Brunner
  • Zenith – Präzisionsuhren, von Christian Pfeiffer-Belli und Manfred Rössler mit Abbildungen und genauen Informationen zu allen Zenith-Uhren und Chronometern.
  • DIOR: Zeitlose Eleganz, von Jérome Gautier. Ein Blick auf die acht Jahrzehnte Modedesign
  • Chaumet Paris, Two Centuries of Fine Jewellery, von Musee Carnavalet

Quellen:

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